BWS Anlagenbau & Service GmbH plant, baut und betreibt industrielle Wasseraufbereitungsanlagen über den gesamten Lebenszyklus: von der verfahrenstechnischen Analyse und dem Engineering über die Inbetriebnahme bis zum laufenden Service. Das Portfolio umfasst Frischwasser, Prozesswasser, Abwasser, Kühlwasser, Kesselspeisewasser und Wasser-Recycling. Die Verfahrensauswahl erfolgt herstellerunabhängig und orientiert sich am jeweiligen Lastfall. Denn die Anlageninvestition macht laut BWS-Servicebericht nur etwa 20 % der gesamten Life-Cycle-Costs aus. Wer nur den CapEx optimiert, riskiert deutlich höhere Betriebskosten.
Eingesetzte Verfahren im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt, welche Verfahren BWS für industrielle Wasseraufbereitungsaufgaben einsetzt, was sie leisten und wann sie zum Einsatz kommen.
Chemisch-physikalische Verfahren
Zweck: Abtrennung von Schwebstoffen, kolloidalen und schwerlöslichen Belastungen sowie Schwermetallen (z. B. Chrom(VI)-Reduktion) aus Abwasser- und Prozessströmen.
Typische Anlagenkomponenten: Reaktions- und Dosierbehälter, Flockungsstufe, Sedimentations- oder Filterstufe, Schlamm- und Feststoffabzug.
BWS hat beispielsweise eine Anlage zur Cr(VI)-Reduktion mit einer Gesamtkapazität von 320 m³/h realisiert (2 Einheiten). Für Quecksilber-Polishing wird ein Zielwert von 1 µg/l bei 5 m³/h beschrieben. Diese Zahlen illustrieren die Bandbreite, sind aber keine allgemeingültigen Zusagen.
Biologische Verfahren
Zweck: Abbau organischer Verbindungen in Abwasser. Aerobe und anaerobe Verfahren kommen je nach Schadstoffspektrum und Konzentration zum Einsatz. Sie ergänzen chemisch-physikalische Stufen, wenn die organische Fracht mit chemischen Mitteln allein nicht wirtschaftlich behandelt werden kann. Ein typisches Einsatzfeld ist die Vorreinigung hochbelasteter Industrieabwässer vor weiterführenden Membranverfahren.
Membranverfahren: UF, NF, RO
Ultrafiltration (UF)
Zweck: Sicherungs- und Abscheidestufe für Partikel, Mikroorganismen und Kolloide.
BWS betreibt UF-Anlagen im Dead-End-Betrieb mit Integritätstests im laufenden Betrieb, um Membranschäden frühzeitig zu erkennen. Realisierte Kapazitäten liegen von ca. 10 m³/h bis zu mehreren hundert m³/h. Gegen Legionellenrisiko in Kühlwassersystemen setzt BWS UF in Kombination mit Ozonisierung bzw. Ozon und Kavitation ein.
Umkehrosmose (RO)
Zweck: Entsalzung und Deionisierung von Wasser für Prozess- und Kesselspeisewasseranwendungen.
Typische Konfigurationen decken 1 bis 30 m³/h je Einheit ab. Die Steuerung erfolgt über Siemens S7. Zum Anlagenumfang gehören Vorfiltration, Druckrohre mit Membranmodulen, eine CIP-Station für die chemische Reinigung sowie Mess- und Regelkreise für Leitfähigkeit, pH und Temperatur. In der Lebensmittelindustrie werden RO-Anlagen mit hygienischem Design und Heißsanitisierung ausgeführt.
Nanofiltration (NF) und Mikrofiltration (MF)
Diese Trennverfahren kommen als ergänzende Stufen zum Einsatz, z. B. wenn spezifische Molekülgrößen selektiv abgetrennt werden sollen oder eine grobe Partikelstufe der UF vorgeschaltet wird.
Ionenaustausch und Vollentsalzung
Zweck: Endpolishing auf sehr hohe Wasserqualitäten, z. B. vollentsalztes oder volldemineralisiertes Prozesswasser.
Typische Komponenten: Ionentauscher-Säulen mit Harzbetten, Regenerationseinheit, Armaturen und Leitfähigkeitsüberwachung. Der Ionenaustausch folgt meist einer Vorstufe aus Membranverfahren und bringt das Permeat auf DI- oder Ultrapure-Qualität.
Wasserentgasung
Zweck: Absenkung des gelösten Sauerstoffs, um Korrosion in nachgelagerten Systemen zu minimieren.
BWS setzt Membranentgasung und Kolonnenentgasung ein. Typische erreichbare Rest-Sauerstoffgehalte liegen unter 20 ppb; unter optimalen Bedingungen werden laut BWS-Unterlagen Werte von bis zu 1 ppb beschrieben. Anlagenbestandteile sind Entgasungsmodule, angepasste Sensorik und CIP- bzw. Sanitisierungsansätze für hygienesensible Bereiche wie die Lebensmittelproduktion.
Thermische Verfahren
Diese Verfahren (Erhitzung, Verdampfung, Abtrennung) sind wirtschaftlich sinnvoll bei begrenzten oder infektiösen Abwassermengen, wenn andere Trennverfahren an ihre Grenzen stoßen. BWS legt sie projektspezifisch aus; pauschale Kapazitätsgrenzen lassen sich ohne Lastfalldaten nicht benennen.
Anlagenkomponenten, Kapazitätsbereiche und Engineering
Jede BWS-Anlage setzt sich aus mehreren Funktionsbaugruppen zusammen:
- Dosierstation (Ansetz- und Dosiertechnik für Fällungs-, Flocklings- und pH-Reagenzien)
- Vorfilter- und Schutzstufen
- Hauptbehandlungsstufe (Membran, Harz oder reaktive Stufe)
- CIP- und Spülkreisläufe
- Feststoff- und Schlammbehandlung
- Rückführ- und Reuse-Leitungen
Ein besonderes Merkmal ist das Prinzip „Bauen im Bestand“. BWS erfasst bestehende Anlagenstrukturen mit moderner 3D-Laserscantechnik, plant darauf aufbauend neue Einheiten passgenau und integriert sie bei laufender Produktion. Die Dokumentation ist von Anfang an auditierbar. Das reduziert Planungsrisiken bei engen Platzverhältnissen erheblich.
Typische Anwendungsfälle
Lebensmittel- und Getränkeindustrie
Prozesswasser muss hier den Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV, Novellierung Juni 2023, Umsetzung der EU-Richtlinie 2020/2184) sowie DVGW, KTW-Leitlinie, EHEDG und FDA genügen. BWS setzt typischerweise UF/RO-Kombinationen, Enteisenung/Entmanganung und Wasserentgasung ein. Letztere ist etwa in der Bierproduktion relevant, um sauerstoffbedingte Qualitätsveränderungen zu vermeiden.
Kühlwassersysteme
Offene und geschlossene Kühlkreisläufe erfordern aktives Management gegen Korrosion, Kalkablagerungen und Biofilmbildung. Bei einer Kühlwasserfiltration hat BWS eine Anlage mit 2 × 500 m³/h realisiert. Die 42. BImSchV schreibt unter anderem folgende Intervalle vor, die BWS in seinem Kühlwasser-Management-Service abbildet:
| Maßnahme | Intervall |
|---|---|
| Betriebsinterne Kühlwasserkontrollen | mind. 2-wöchentlich |
| Mikrobiologische Kontrollen (akkreditiertes Labor) | mind. vierteljährlich |
| Betriebstagebuch | laufend |
| Überprüfung durch Sachverständigen | mind. alle 5 Jahre |
Nach VDI 2047-2 ist zusätzlich eine Gefährdungsbeurteilung mit Risikoanalyse, Risikobewertung, Maßnahmenplan und Dokumentation erforderlich; Mitarbeiterschulungen sind explizit vorgeschrieben.
Chemie, Galvanik und Spezialanwendungen
Für Galvanik und Metallveredelung entwickelt BWS herstellerunabhängig chemisch-physikalische Behandlungsstrategien und kombiniert diese mit Ionenaustausch für die Prozesswasseraufbereitung. Für die Chemie- und Öl-&-Gas-Industrie liegen Erfahrungen mit der Behandlung von chlorierten Kohlenwasserstoffen (LHKW), Schwermetallpolishing und ultrapurem Wasser für pharmazeutische und Life-Sciences-Anwendungen vor.
Wasser-Recycling
Gereinigtes Abwasser kann über Polishing-Stufen aus UF, RO, EDI und UV aufbereitet und als Prozesswasser rückgeführt werden. Das senkt Frischwasserverbrauch und Abwassergebühren. BWS hat Containeranlagen mit Kapazitäten von 1,7 bis 4,1 m³/h realisiert.
Zielparameter und Monitoring
DI- und Ultrapure-Wasser
| Parameter | Zielwert DI | Zielwert Ultrapure |
|---|---|---|
| Leitfähigkeit | < 10 µS/cm | < 1 µS/cm |
| TOC | < 0,5 mg/L | < 0,5 mg/L |
| Partikelgröße | < 0,2 µm | < 0,2 µm |
| Mikrobiologische Reinheit | keine nachweisbaren Keime | keine nachweisbaren Keime |
Diese Werte stammen aus den BWS-Projektunterlagen zur DI/Ultrapure-Wasseraufbereitung.
Membran- und RO-Betrieb
UF-Anlagen werden mit Integritätstests im laufenden Betrieb überwacht. RO-Systeme regeln CIP-Zyklen auf Basis von Leitfähigkeit, pH und Temperatur. Abweichungen lösen definierte Reinigungsroutinen über die CIP-Station aus.
Servicestruktur
BWS bietet vier Servicepakete:
- Paket 1: Wartung und Inspektion ein- bis viermal jährlich
- Paket 2: 48-Stunden-Service für Troubleshooting (Hotline, bei Bedarf Vor-Ort)
- Paket 3: Jährliches Anlagenaudit
- Paket 4 (Full-Service): Pakete 1 bis 3 kombiniert mit Versorgung durch Ersatz- und Verschleißteile, Verbrauchsmittel und Behandlungschemikalien
Fernwartung ergänzt diese Pakete. Abweichungen werden erkannt und dokumentiert, bevor sie die Produktion beeinflussen. Für Beschaffer, die Betriebs- und Compliance-Risiken kalkulieren müssen, ist dieses Paketmodell ein konkreter Rahmen für SLA-Gespräche und TCO-Berechnungen.